Zwischen Reeperbahn und Rüben.

Vegan ist gut. Gut für uns & die Umwelt. Und noch besser mit Urban Gardening.


Florian Bartsch
Zwischen Reeperbahn und Rüben.

Hamburg – die Stadt der tausend Gesichter. Alles, was man sich vorstellen kann, ist hier möglich. Selbst das Anpflanzen von Rüben. Unmittelbar in Nähe der Reeperbahn.

Urban Gardening – mehr Einstellung als Trend.

Urban Gardening hat eine weit zurückreichende Historie und macht die Stadt grüner und schöner. Aber es geht nicht nur darum, eine Stadt mit den eigenen Händen zu begrünen. Vielmehr verbirgt sich dahinter ein gesellschaftlicher Wandel. Es ist der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit und einem dauerhaft gesünderen Lebensstil in der Großstadt.

Ich pflanz’ dann mal an.

Wirft man einen Blick in die Food-Blogs dieser Welt, stellt man schnell fest, dass es überall nur so von Obst- und Gemüse-Rezepten wimmelt. Gerade jüngere Menschen scheinen zu wissen, dass man ist, was man isst – und gehen mit gutem Beispiel voran. Sich vegan zu ernähren, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Und zwar ganz selbstbewusst. Mit weitreichenden Folgen: So hält die vegane Küche auch immer mehr Einzug in die Gastronomie. Vegane oder wenigstens vegetarische Gerichte auf der Speisekarte zu haben, wird geradezu erwartet. Andernfalls kann man fast schon die Restauranttische einklappen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Anbau von Gemüse und Obst wieder zurück in die Städte gebracht wird. Aber „zurück“ in die Städte? Machen wir hierzu einen Sprung zurück ins 19. Jahrhundert.

Vegan ist gut. Gut für uns und für die Umwelt. Und noch besser mit Urban Gardening.

Von Marktgärten zu Stadtparks.

Seit es Städte gibt, wird städtischer Gartenbau betrieben. Der Grund hierfür liegt nahe: Viele Städte lagen einfach ungünstig und in zu großer Entfernung, um Waren von außerhalb dort hin zu transportieren. Das Gemüse oder das Obst wäre unterwegs einfach verdorben. Deshalb verfügten Städte über Viertel, in denen frisches Obst und Gemüse angebaut wurde – sogenannte Marktgärten.

Heute gibt es zwar bessere Transportmöglichkeiten, jedoch hat sich an der Verderblichkeit der Waren nichts geändert. Der Lagerbestand von Supermärkten ist auf einen Verkaufszeitraum von drei Tagen ausgerichtet. Werden die Transportwege unterbrochen – zum Beispiel durch LKW-Streiks oder eine Naturkatastrophe – kann es nach drei Tagen zu massiven Versorgungsengpässen kommen. Im Jahr 2007 brachte es Ewen Cameron, Baron Cameron of Dillington, mit einer eingängigen Bezeichnung auf den Punkt: als damaliger Leiter einer Kommission zur Untersuchung der Versorgungslage von britischen Städten, benannte er diesen Zustand einer gestörten Versorgungslage „nine meals from anarchy“ (neun Mahlzeiten bis zur Anarchie) – und das ist auch heute noch der Maßstab in den allermeisten unserer Großstädte.

Selbst ist der Städter.

Urban Gardening ist also viel stärker in unseren Städten beheimatet, als zunächst angenommen. Doch wie funktioniert dieses Prinzip denn in der Praxis? Sehen wir uns ein paar Beispiele im Raum Hamburg an:

Erstreckt sich in der Großen Freiheit auf insgesamt 1100 qm Dachfläche.

Das GARTENDECK:
Ursprünglich nur temporär angelegt, erstreckt sich das Gartendeck in der Großen Freiheit – zwischen St. Pauli Druckerei und Indra – auf insgesamt 1100 qm Dachfläche. Neben allerlei Equipment zum Gartenbau, beherbergt das Gartendeck 172 verschiedene Pflanzensorten und derzeit sogar fünf Bienenvölker. Auf dem Gartendeck lernen sich Nachbarn kennen, um gemeinsam zu gärtnern und so einen ganzen Stadtteil mitzugestalten. Öffnungszeiten sind freitags ab 17 Uhr und sonntags ab 14 Uhr. (Wenn nicht gerade Winterpause herrscht).

Mitten im Stadtteil Barmbek gedeihen in üppigen Mengen Tomaten, Bohnen und Kürbisse.

Der FuhlsGarden:
Mitten im Stadtteil Barmbek gedeihen in üppigen Mengen Tomaten, Bohnen, Kürbisse und zahlreiche weitere Gemüsesorten in den Hoch- und Bodenbeeten des FuhlsGarden. Ein ökologischer Gemeinschaftsgarten, der zum Teil und in Kooperation mit der KiTa „Die kleinen Strolche“ des Kinderwelt Hamburg e.V. betrieben und genutzt wird. Darüber hinaus ist aber auch jeder, der Lust hat zu gärtnern – ob unerfahren oder Profi – im FuhlsGarden willkommen. Es darf angebaut werden, was schmeckt, um es dann auch bei Kochabenden oder Gartenfesten gemeinsam zu verzehren.

Die Möglichkeit für Hamburger, ohne Startkapital selbst und nach eigenen Vorstellungen Aktionsfelder zu bestellen.

Hof vorm Deich:
Ein eher untypisches Konzept wird auf dem Hof vorm Deich gelebt: „garantiert unkontrolliert“ lautet dessen Motto, mit dem Städter und regionale Produkte zusammengebracht werden. Dabei bekommt jeder die Möglichkeit, ohne Startkapital selbst und nach eigenen Vorstellungen Aktionsfelder zu bestellen. Auf diese Weise werden dort Kräuter- und Gemüsegärten, Jungpflanzen und sogar Bienen gezüchtet, gehegt und gepflegt. Einzige Bedingung: sämtliche Erzeugnisse werden mit dem Hof geteilt.

Der ehemalige Flakbunker an der Feldstraße wird zum Stadtgarten ausgebaut. (© picture alliance / dpa )

Hilldegarden:
Jeder Hamburger kennt den grauen Hochbunker am Heiligengeistfeld. Nicht gerade das schönste Gebäude, da ist man sich sicher einig. Doch das könnte sich schon bald ändern. Hilldegarden nennt sich das Projekt, das aus dem grauen Betonblock einen grünen Stadtgarten machen will. Interessierte können sich in einem daneben stehenden Baucontainer informieren und auch selbst Ideen einbringen. Erarbeitet wird das Konzept von rund 40 Aktivisten, die das ganzheitliche Gartenprojekt in mehreren thematischen Arbeitsgruppen ausarbeiten.

Erntefrischer Salat aus dem Herzen Hamburgs.

Die erste Indoor Vertical Farm Hamburgs.

Um in den Genuss von frischen Waren zu kommen, muss man aber nicht unbedingt selbst zum Gärtner werden oder in der Küche stehen. Denn die italienische Restaurantkette Vapiano arbeitet seit kurzem mit der ersten Indoor Vertical Farm Hamburgs zusammen: „Farmers Cut“ produziert lokal in Städten – ohne lange Transportwege und Zwischenhändler. Die vollkommen geschlossenen Anbausysteme garantieren ganzjährig ein optimales Pflanzenwachstum ohne Pestizide.

Erntefrischer Baby Leaf Salat aus der ersten Indoor-Vertical-Farm Hamburgs.

In den Vapiano Restaurants kann man sich bei einem „Special Insalata Coraggio“ – einem erntefrischen Baby Leaf Salat mit geschmolzenen Kirschtomaten, Pinienkernen, Grana Pandano D.O.P. und einem leckeren Zitrus-Honig-Soja-Senf Dressing – vom Geschmack und der Qualität der Vertical Garden Produkte direkt aus Hamburg selbst überzeugen.

Nicht nur frisch – auch direkt auf den Tisch.

HaspaJoker Kunde ohne App? Das lässt sich ändern.
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