Zeit ist Freiheit.

Mag es schnell, nicht gehetzt: Budni Geschäftsführer Christoph Wöhlke.


Florian Bartsch
Zeit ist Freiheit.

Text: Claudia Lüersen // Fotos: Pieter-Pan Rupprecht

„Budni“ kommt in Hamburg ohne „kowsky“ aus – kennt jeder, mag jeder. Für den Pulsschlag im Drogeriemarkt der Herzen ist Geschäftsführer Christoph Wöhlke zuständig, ein Mann, der Schnelligkeit mag und sich trotzdem nicht hetzen lässt.

Sonnabend, kurz vor zwölf Uhr mittags, die Sonne blitzt …

… durch die Metallpalmen des Park Fiction. St. Pauli reckt und streckt sich und beschließt, sich noch einmal umzudrehen. In der „Salt & Silver“-Zentrale, einem hippen Mix aus Cocktailbar, Restaurant und Café, geht man aber bereits seinen Geschäften nach. Laptop auf dem Holztisch bittet ein Mann mit freiem Oberkörper die Frau gegenüber „doch mal den Termin mit Timo zu machen“. Alles ganz lässig.

Christoph Wöhlke, 40, Geschäftsführer von Budnikowsky.

Die Haare als Dutt, voller Bart, in Sneakern, Jeans und Sweater, fällt hier nicht weiter auf. Nichts an dem Mann lässt vermuten, dass er mitten im Kampf David gegen Goliath steckt. Die Platzhirsche dm und Rossmann mit ihren jeweils rund 2.000 Filialen bundesweit forcieren in der Branche einen Preiskampf, der sich gewaschen hat. Budni verbündete sich jüngst mit Edeka, um Einkaufswucht und -konditionen zu verbessern. Die Hamburger spielen mit ihren 180 Filialen trotzdem weiter den David-Part. Noch. Denn wir wissen ja alle, wie der Kampf ausgegangen ist.

Mag es schnell, aber nicht gehetzt: Budni Geschäftsführer Christoph Wöhlke.

Wacher Blick statt Sorgenfalten.

Christoph Wöhlkes Arbeitsfeld klingt nach reichlich Druck und Tagen in beschleunigtem Effizienzmodus. Hat auch er, wie viele andere getriebene Unternehmer, das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben? „Ich habe kein Problem damit, wenn die Tage voll sind. Das heißt eben auch, dass ich viele Dinge bewegen kann. Und genau das tue ich gern.“ Nimmt man ihm sofort ab, wenn er vom Strukturwandel der Städte spricht, davon, dass in Hamburgs Innenstadt selbst im Weihnachtsgeschäft immer mehr geguckt und weniger gekauft wird und, natürlich, vom Online-Shopping, dem großen Angstgegner des stationären Handels.

Das größte Kompliment ist es, …

… wenn die Leute „Mein Budni“ sagen und ihren Markt um die Ecke meinen. Unsere große Stärke und Chance ist es, dass wir uns organisch in die Stadtteile einpassen und Teil der Nachbarschaft werden. Leute von nebenan arbeiten bei uns und tragen den Spirit der Nachbarschaft in die Filialen. Jede Filiale richten wir individuell an den Menschen, an den Gegebenheiten und dem Umfeld aus. So suchen wir aus dem Sortiment von 25.000 Artikeln die 10.000 bis 11.000 aus, die genau dort am besten passen. Damit hat jeder Laden seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter – in Barmbek anders als in der Schanze und dort wieder anders als in Eppendorf. Die Haspa macht es mit dem Umbau ihrer Filialen ja ganz ähnlich.“ Wenn er von seinem Unternehmen spricht, hört es sich so an, als sei Budni ein sehr guter Kumpel mit vielen Talenten und Möglichkeiten, manche davon noch nicht voll entwickelt, insgesamt aber auf einem guten Weg.

Ist schräg, wenn jemand sagt: ‚Da kommt der Chef‘, und mich damit meint.

Ein entspannter Moin-Moin-Appeal durchzieht die Budni-Filialen jedenfalls schon heute. Sind sie Orte der Entschleunigung? „Nicht nur. Wer morgens einkauft, hat unter Umständen ganz andere Bedürfnisse als jemand, der kurz vor Ladenschluss noch schnell etwas braucht. Wir wollen diesen verschiedenen Rhythmen der Menschen gerecht werden.“ Auch wenn sein eigener Alltag eng getaktet ist, bedeutet Zeit für Christoph Wöhlke vor allem Freiheit. Freiheit, das zu tun, was er tun will: „Man muss schon priorisieren. Es macht keinen Sinn, sich zu lange mit Dingen aufzuhalten, die das Unternehmen nicht weiterbringen.“ Zu diesen Dingen gehört für Wöhlke autoritäres Chef-Gebaren und die einseitige Kommunikation von oben nach unten: „Es ist schräg, wenn jemand sagt ‚Hey, da kommt der Chef.‘ Diese hierarchischen Strukturen funktionieren für mich nicht.“

Ich lege viele Entscheidungen in die Hände von Mitarbeitern.

Sie haben von den Dingen, um die es jeweils geht, viel mehr Ahnung als ich. Das ist ein ständiger Austausch, von dem ich nur ein Teil bin, als eine Art Moderator oder Klammer.“ Ideen entwickelt Christoph Wöhlke nicht im Chefsessel, sondern im Gespräch.

Als hanseatischer Unternehmer hat er aus Respekt viele Leute zu siezen. Doch wenn er „Sie“ sagt, klingt es wie „Du“. Er schafft es, die Distanz nie zur Hürde werden zu lassen, holt das Gegenüber rein ins Gespräch, in den Dialog. Man spürt, dass er sich einlässt auf das, was andere zu sagen haben. Auch wenn es bedeutet, die eigenen Pläne zu revidieren.

Im lebendigen Organismus Budni gibt es keinen typischen Wöhlke-Tag.

Gut, morgens nimmt er sich in der Regel eine Stunde, um sich zu sortieren, Termine zu überblicken. Wenn die Anforderungen des Tages ein Umschmeißen des Ablaufs erfordern – „völlig okay“. Braucht jemand mit solcher Lust an dem, was er tut, überhaupt Pausen? „Da ich nicht frühstücke, bin ich mittags zur Pause gezwungen“, sagt Wöhlke. Schaut er nach vorn, gibt es einfach zu viele spannende Sachen anzupacken. Die Eröffnung von Budni-Filialen in Berlin zum Beispiel. „Auch hier geht es darum, genau hinzugucken, um zu verstehen, wie ein Markt in einem Berliner Stadtteil aussehen muss, damit er zu den Menschen und ihren Bedürfnissen vor Ort passt.“ Und in der Zukunft jenseits von Budni, gibt es da noch was zu erledigen? „Seit ich denken kann, bin ich Flugzeug-Fan. Und der König unter den Flugzeugen ist nun mal ein Düsenjet. In dem würde ich gern mal fliegen.“ Sagt der Mann, von dem man nicht fürchten muss, dass er jemals die Bodenhaftung verliert.

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Mehr als 185 Filialen, mehr als 25.000 Artikel.

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