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2.951 km von Alicante nach HH im Winter.

Durch Westeuropa im Winter. Leergefegt und wunderschön. Mit dem HaspaJoker im Kofferraum.


Jan-Hendrik Simons
2.951 km von Alicante nach HH im Winter.

Kartendaten ©2018 GeoBasis.DE/BKG (©20019) Google

Auf Reisen gehen verhält sich zu Urlaub machen wie Crème brûlée zu Vanillepudding. Denn Reisen verlaufen immer anders – je nachdem, wer auf Reisen geht. Urlaube hingegen neigen dazu, immer gleich zu verlaufen – ganz egal, wer in den Urlaub fährt. Diese Reise begann am 29. Januar. Spanische Mittelmeerküste im Winter. In Alicante, Hafenstadt an der Costa Blanca. Nach Tagen mit Sturm und viel Regen war der Himmel klar und die Luft verwirrend warm. Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Die Küste entlang Richtung Norden. Das Ziel: Hamburg. Einzige Vorgabe: Möglichst oft auf den Atlantik treffen.

493 km von Alicante über Benidorm nach Saragossa.

Es gibt garantiert hunderte wunderschöner Plätze an der Costa Blanca. Wir wussten aber nicht, wo. Fuhren gemächlich die AP7 hoch und hatten nicht viel übrig für die Betonklötze, die uns Spalier standen wie stillgestandene Soldaten.

Oberhalb von Valencia hatten wir die Nase voll, wechselten auf die A23, legten die Ohren an und drehten die Musik auf – fraßen Asphalt bis Saragossa. Als wir über die Puente de Piedra den Fluss Ebro mit Blick auf die Basilica del Pilar überfuhren, blieben uns zum ersten Mal die Münder offen stehen. Und wollten einfach nicht mehr zugehen.

Von Alicante nach Hamburg im Winter. Ein HaspaJoker Reisetipp.

Saragossa – Hauptstadt von Aragonien. Alt, ehrwürdig und erstes Reiseziel.

Die fünftgrößte Stadt Spaniens bietet einfach alles: Über 2.000 Jahre Kultur, barocke Prachtbauten, eine pulsierende Altstadt, schwungvolle Kneipen, zahllose Restaurants, schöne Hotels und einen Fluss, der das Ganze zusammenhält. Und zu unserem Glück bot sie bei kalter, klarer Luft auch eine wohlwollende Januarsonne. Ein echter Luxus auf einer Winterreise ist, dass man sich einfach treiben lassen kann: Kaum ein Hotel ist ausgebucht. Wir mussten nichts im Voraus planen. Gefiel uns eines, gingen wir an die Rezeption und nahmen ein Zimmer. Das Hotel Catalonia war unser erstes Etablissement auf der Reise.

Tagsüber streiften wir durch enge Gassen und flanierten über mondäne Plätze, besuchten selbstverständlich die Basílica del Pilar und den Aljafería Palast, labten uns an Chocolate con Churros, schlenderten das Flussufer entlang, um uns in den Abendstunden bei Tapas und Wein in einem der zahlreichen, kleinen Restaurants in der Casco Antiguo, der verwinkelten Altstadt, nieder zu lassen. Es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten unsere „Tour de Europe“ sausen gelassen, um noch weitere Tage im tollen Saragossa zu bleiben. Rückblickend war es gut, dass wir am ursprünglichen Plan festhielten.

Von Alicante nach Hamburg im Winter. Ein HaspaJoker Reisetipp.

315 km von Saragossa über Donostia-San Sebastián nach Biarritz.

In den Ausläufern der Pyrenäen hinter Pamplona kamen wir in leichtes Schneetreiben. Umso verwunderlicher war es, als wir kaum 50 km weiter in Donostia-San Sebastián erstmals auf den Atlantik stießen und uns die Bucht La Concha (die Muschel) mit knapp 18 Grad und Sonnenschein willkommen hieß. Valencia, Pamplona, Donostia-San Sebastián – es ist das Los einer kurzen Reise über lange Distanz, dass man fantastische Städte viel zu schnell hinter sich lassen muss. Das Tolle daran ist, dass man das in Europa durchaus machen kann: Lohnende Ziele reihen sich wie auf eine Perlenschnur gezogen aneinander. In Donostia-San Sebastián reichte es jedenfalls nur für einen Strandspaziergang und ein Picknick auf dem Monte Igueldo, von wo man einen herrlichen Blick über die Stadt und die Bucht hat. Noch dazu mit einem im Winter geschlossene Freizeitpark im Rücken, dessen Überbleibsel der windgepeitschten Szenerie eine heitere Skurrilität verlieh.

Wenige Stunden danach überquerten wir die Grenze nach Frankreich. Und wieder offenbarte sich ein zwar nicht mehr neuer, aber für mich nach wie vor faszinierender Vorteil an Europa –keine Landesgrenzen. Auf der ganzen Reise wurden wir nicht einmal in Grenznähe angehalten, geschweige denn kontrolliert. Ein gutes Gefühl für einen angenehmen Aufenthalt in Biarritz.

Von Alicante nach Hamburg im Winter. Ein HaspaJoker Reisetipp.

Den Atlantik hoch machten wir in Biarritz Station.

In diesem Seebad an der baskischen Atlantikküste mag im Sommer die Hölle los sein. Im Winter jedoch lag es so verträumt und vom Wetter zerzaust da, dass wir uns auf den ersten Blick in den Ort verliebten. Unser Programm des Tages lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Ein Abendspaziergang über den Grande Plage zum Leuchtturm und wieder zurück bis zum alten Hafen. Ein stürmischer Ausflug über die von Gustave Eiffel konstruierte Brücke zum Rocher de la Vierge und zurück ins Stadtzentrum. Baskische Spezialitäten im hervorragenden Le Clos Basque zum Abendessen. Ein nicht sehr lukrativer Besuch im opulenten Casino zum Abschluss. Ein schöner Reisetag voller lebendiger Erinnerungen.

Am nächsten Morgen lag der leer gefegte Strand in warmes Sonnenlicht getaucht. Die Stadt ist praktisch ausgestorben. Wer, wie wir, so eine Atmosphäre mag, wird einen Besuch von Biarritz mit ein bisschen Wetterglück in vollen Zügen genießen. Und der Ort ist überschaubar genug, um sich keine 36 Stunden später auch guten Gewissens wieder auf den Weg zu machen.

Von Alicante nach Hamburg im Winter. Ein HaspaJoker Reisetipp.

383 km von Biarritz nach La Rochelle.

Über die Fahrt nach La Rochelle muss ich nicht viele Worte verlieren. Sie ging schnell. In der südwest-französischen Hafenstadt angekommen, wurde uns zum ersten Mal deutlich, wie sehr sich Europa von Süden nach Norden (umgekehrt geht auch) verändert. Bauwerke, Sprache, Menschen, Kleidung, Geräusche, Gerüche, das Essen – alles ist mit jedem zurückgelegten Kilometer in einem fließenden Wandel begriffen.

Die Altstadt von La Rochelle wirkt aus manchem Blickwinkel wie eine Festung: Wehrtürme und breite Mauern tauchen die von verwitterten Kalkstein-Fassaden gesäumten Gassen in Dunkelheit. Ihren Ruf als schöne Rebellin verdankt die Stadt ihren Bewohnern. Die Rochelais waren im Mittelalter mit dem Handel von Salz und Wein reich geworden und ließen sich vom König nichts sagen. Sie sprachen dem Protestantismus zu und pflegen, wie die meisten Bewohner von Hafenstädten, einen Hang zu unverblümten Umgangsformen. Kneipen und Restaurants gibt es zahllose, so dass man sich im beschaulichen Winter fragt, wer da alles essen soll. Im Sommer sieht das sicher anders aus.

349 km von La Rochelle nach Saint-Malo.

Saint-Malo im Winter ist der Grund, warum wir es nicht bereut haben, an keinem der bisherigen Orte länger verweilt zu sein: Keine Stadt hat uns so gefesselt, wie die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.

Die Altstadt ist von einer beeindruckenden Wehrmauer umgeben. Gezeitenunterschiede von bis zu 12 Metern lassen die Wellen bei Flut kraftvoll gegen den verwitterten Stein schlagen. Bei Ebbe wird ein kilometerweiter Strand für herrliche Spaziergänge freigelegt. Außerhalb der Altstadt ist die lang gestreckte Promenade von Hotels, Restaurants und Privatwohnungen gesäumt.

  • Keine Stadt hat uns so gefesselt wie Saint-Malo, die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.
    Teilweise befestigte Inseln säumen die Küste vor der Stadt.
  • Keine Stadt hat uns so gefesselt wie Saint-Malo, die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.
    Blick auf die Altstadt von einer der vorgelagerten Inseln.
  • Keine Stadt hat uns so gefesselt wie Saint-Malo, die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.
    Der Grande Plage bei Ebbe, mit Promenade im Hintergrund.
  • Keine Stadt hat uns so gefesselt wie Saint-Malo, die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.
    Der Grande Plage bei Flut, von der Promenade aus.
  • Keine Stadt hat uns so gefesselt wie Saint-Malo, die bretonische Hafenstadt an der Mündung des Flusses Rance.
    Blick durch das Panoramafenster des Hotel Kyriad beim Frühstück.

Ein Zimmer mit Meerblick ist kein Problem und kulinarisch ist Saint-Malo ein echtes Paradies. Wir kamen im Hotel Kyriad direkt am Grande Plage unter. Ein einfaches Hotel mit verwinkelten Gängen und einem Frühstücksraum mit großen Panoramafenstern zum Strand. Das Beste aber war der Tipp der Concierge, die uns zum Abendessen das Le Bouche à Oreille direkt gegenüber empfahl. Besser als dort haben wir in zwangloser Atmosphäre mit sehr freundlichem Personal auf der gesamten Reise nicht gegessen.

Saint-Malo gehört zu den meistbesuchten Touristenorten Frankreichs. Im Sommer läuft man sich dort wohl in die Hacken, aber im Winter ist nicht viel los. Ein Reiseziel ist es allemal, die Schätze der Bretagne liegen einem zu Füßen. Inklusive morgendlichem Austern-Champagner-Frühstück in Cancale, einer kleinen Gemeinde etwa 16 km nordwestlich – eine irisierende Stärkung, bevor es zurück auf die Straße ging.

309 km von Saint-Malo nach Étretat.

Saint-Malo zu verlassen, verursachte eine gewisse Wehmut. Für uns war es eine der Orte, bei denen man sich fragt, warum man eigentlich noch woanders lebt. Dieses Gefühl kennt wohl jede und jeder Reisende. Von dem normannischen Küstenstädtchen Étretat hatten wir gehört, das man es besuchen solle, aber nach Saint-Malo ließ der Besuch unsere Herzen nicht sehr hoch schlagen. Es ist ein stark touristisch geprägter Ort, dem Charme und Charakter aus unserer Sicht etwas entglitten sind. Für Vogelliebhaber und Freunde rauer Küstenformationen bei wilder Brandung ist es jedoch genau das richtige.

389 km von Étretat nach Brügge.

Nach der eher gemächlichen Tour durch die Bretagne war es wieder Zeit, einige Kilometer zu fressen. Mit einer kurzen Pause im belgischen De Panne, um uns vom Atlantik zu verabschieden, rauschten wir durch bis ins malerische Brügge.

Der mittelalterliche Stadtkern von Brügge wurde im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Nicht ohne Grund, wenn man den Kopf in den Nacken legt und sich umschaut. Auf Augenhöhe fragt man sich jedoch, ob die Mode- und Souvenirläden, die Starbucks und Co. sowie alle sonstigen Geschäfte, wo irgendwas zu Geld gemacht werden soll, auch Teil dieses Erbes sind. Es sind einfach zu viele, sie nehmen der Stadt mehr weg, als sie den Besuchern geben.

Von Alicante nach Hamburg im Winter. Ein HaspaJoker Reisetipp.

Erst in den abseitigen Gassen offenbart sich die altertümliche Schönheit dieser mittelalterlichen Handelsmetropole. Trotz leckerem Bier, guten Restaurants und vielfältigen Sinneseindrücken fiel es uns nicht schwer, am nächsten Morgen den Weg nach Hamburg einzuschlagen.

713 km von Brügge nach Hamburg.

Am Ende wurde es ein Gewaltmarsch. Schlau war es aber, möglichst lange außerhalb Deutschlands nach Norden zu kommen: Sobald wir hinter Groningen die Grenze überquerten, wurden die Straßen mit jedem Kilometer voller.

Es war eine Reise, die der Liebe zu Europa frische Nahrung gab. Nicht zuletzt wegen der Haspa Mastercard GOLD: Besonders im Winter kann es immer passieren, dass man eine Reise nicht antreten kann oder abbrechen muss. Oder irgendwas geht halt einfach schief. Es ist nichts passiert, wie meistens auf Reisen. Ein gutes Gefühl war es dennoch.

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