Tierisch wild in Hamburg.

Wilde Tiere gibt es in Hamburg nicht nur im Tierpark. Eine Safari durch die Hansestadt.


Jan-Hendrik Simons
Tierisch wild in Hamburg.

Neulich an der Elbe: Ein verwirrend großer Raubvogel stürzt auf das Wasser hinab und steigt unmittelbar wieder in die Höhe. Braunes Gefieder, weißer Schwanz – ein Seeadler mitten in Hamburg. Eines der imposanteren Wildtiere in der Hansestadt, aber beileibe nicht das einzige: Über 50 Säugetierarten und etwa 160 Vogelarten teilen sich außerhalb von Wildparks, Zoos und Tiergehegen den Lebensraum an der Elbe mit uns. Und wir sollten mit ihnen teilen.

Artenreichtum – ein schöne Form des Reichtums

Mit einer Fläche von 755 Quadratkilometern für etwa zwei Millionen Menschen gehört Hamburg ohnehin zu den am dünnsten besiedelten Metropolen der Welt. Die Rückkehr der Fische in die Elbe, die vielen Seen in der näheren Umgebung, ein vergleichsweise hoher Baumbestand und dazu ebenfalls relativ dünn besiedelte Bundesländer in der Nachbarschaft sind weitere Gründe für die Artenvielfalt.

Leider gilt nach wie vor die Faustregel: Je weniger Mensch, desto mehr Tier – von Hunden, Katzen und mürrischen Zierfischen mal abgesehen. Wie vielfältig Biene, Biber und Co. selbst in einer Großstadt das Leben bereichern, sollte sich rumgesprochen haben. Und wenn nicht, gibt es hier nochmal Nachhilfe.

Wildtiere in Hamburg. Und warum sie gut sind.

Das Auftreten von Wildtiere in Großstädten ist in der Regel kein gutes Zeichen. Und für die Tiere nur selten lustig: Autos, Lärm, Lichtverschmutzung, übergriffige Mitbürger – sie alle machen ihnen zu schaffen. Aber es zieht sie in die Städte, weil die Situation durch Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft, Baumaßnahmen und hohen Jagddruck auf dem Land noch bedrohlicher ist. Und wo viele Menschen sind, werden weniger Pestizide versprüht.

Natürlich handelt es sich bei den meisten Wildtieren in Hamburg nicht um Populationen, die das Ökosystem spürbar positiv beeinflussen. Dafür sind es zu wenige. Aber alle haben mindestens einen guten Daseinsgrund vorzuweisen: Wir müssen uns nicht mehr so alleine mit unserer Spezies fühlen. Und je mehr Tieren wir Lebensräume ermöglichen, desto stärker kommen ihre unschätzbaren Leistungen für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts zum Tragen.

Hier nun eine Auswahl von 12 der über 200 Wildtier-Arten in Hamburg, die wir willkommen heißen sollten:

Wildbiene

Über 200 Arten leben in Hamburg. Eine Biene bestäubt bis zu 5.000 Blüten am Tag – anders als Honigbienen auch bereits bei niedrigen Temperaturen, was vor allem die Obstbauern freut.

Biber

Durch seine Bauaktivitäten entsteht Totholz – der Lebensraum vieler Käfer, die wiederum Nahrung der Spechte sind. Im aufgestauten Wasser heften Fische ihren Laich an das Holz und verstecken sich vor Feinden.

Feldhase

Auf dem Land werden sie gejagt, von Raubtieren und Greifvögeln verspeist und von landwirtschaftlichen Maschinen verfolgt. Kein Wunder, dass viele nach Bergedorf, Harburg, Altona und Wandsbek umgezogen sind.

Rothirsch

Auf ihren Wanderungen verbreiten sie Pflanzensamen bis zu 100 km weit und schaffen durch das Schälen von Baumrinde und Verbiss junger Bäume variantenreiche Lebensräume für Vögel und Pflanzen.

Wildschwein

Sie graben die nährstoffreiche Humusschicht unter, lockern den Boden auf, machen Steuererklärungen, befreien Wälder von Schädlingen und verjüngen ihn durch die Verbesserung der Nährstoff- und Feuchtigkeitsverteilung.

Fledermäuse

Sie sehen mit den Ohren, schlafen mit dem Kopf nach unten, vertilgen pro Nacht mehrere tausend Insekten und stehen mit den etwa 25 in Deutschland lebenden Arten allesamt auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Dachs

Starker Geruchssinn, schwache Augen und nachtaktiv nimmt er als Jäger (Insekten, Kleinsäuger, Früchte) und Gejagter (Wolf, Luchs, Autoreifen) eine Verbindungsfunktion in der Nahrungskette ein.

Moorfrosch

Sie ernähren sich von Schnecken, Insekten und Würmern, dienen Störchen und Reihern wiederum als Nahrung und sind wegen ihrer durchlässigen Haut sensible Indikatoren für den Zustand der Umwelt.

Wanderfalke

Im Sturzflug erreichen sie bis zu 322 km/h und dank der vielen Tauben und Aufwinde ist die Innenstadt für sie ein ideales Jagdrevier. Am besten erkennt man sie an den eckigen Flügeln und dem welligen Bauchmuster.

Rotfuchs

Sein Geruchssinn ist 400 Mal besser als der unsrige und bei Kost und Logis sind sie extrem anspruchslos. Die hohe Dichte an Mäusen, Ratten, Mülltonnen, Früchten und Vögeln kommt ihnen sehr gelegen.

Uhu

Auf dem größten Parkfriedhof der Welt in Ohlsdorf lebt und brütet die größte Eule der Welt. Als Ansitzjäger schaut sie sich das Treiben von Tauben, Igeln, Kaninchen oder Ratten an, bis die Gelegenheit günstig ist.

Haubentaucher

Als Unterwasserjäger besteht seine Hauptnahrung sind kleinen Fischen wie Rotauge und Flussbarsch. Ihr ritualisiertes Balzverhalten beginnt ab Dezember auf freien Süßwasserflächen wie der Alster.

Wildtiere als Mitbewohner. Und wie man mit ihnen wohnt.

Auch alleine anzutreffende Jungtiere sind selten in Not. So werden Feldhasen auf Wiesen und Feldern geboren, bleiben dort und werden nur zweimal täglich von der Mutter zum Säugen aufgesucht. Sie wirken nur so hilflos, weil ihnen naturgemäß noch der Fluchtreflex fehlt. Deshalb gilt: Keine jungen Wildtiere einsammeln oder gar zum Tierheim bringen. Und sollte mal eines nach Hause gebracht werden, sofort an den Fundort zurückbringen.

Darüber hinaus Hunde anleinen, Katzen nicht ständig auf Freigang lassen, Feuer vor dem Anzünden umschichten und Komposthaufen in Ruhe lassen. Wer Wildtiere erleben will, kann sich entweder mit viel Geduld und Zurückhaltung an geeigneten Orten auf die Lauer legen oder eines der zahlreichen Tiergehege, einen Wildpark oder einen Zoo in und um Hamburg besuchen.

Mit HaspaJoker ins wilde Hamburg.

Was man von Tierpark, Zoo & Co. in Sachen artgerechter Haltung denkt, bleibt jedem selbst überlassen. Jedoch bieten sie vor allem Kindern die Möglichkeit, Tiere aus nächster Nähe zu erleben, die sie sonst nur von Bildschirmen kennen und ihre eigene Haltung zu entwickeln. Zwei Vorteilsangebote zum Erleben von Wildtieren bietet der HaspaJoker: bei einem Besuch des TIERPARK UND TROPEN-AQUARIUM HAGENBECK oder des WILDPARK LÜNEBURGER HEIDE.

Dieses und jedes weitere Vorteilsangebot hat man mit der HaspaJoker App auch unterwegs immer in der Tasche.

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